Lecithine

Lecithin gehört zu der Gruppe der Phospholipide (Glycerin-phosphatide).
Am Molekülaufbau der Glycerinphosphatide sind neben Glycerin und höheren Fettsäuren noch Phosphorsäure und eine organische Base beteiligt.

Zu den Glycerinphosphatiden gehören die Kephaline und die Lecithine. Lecithine und Kephaline unterscheiden sich in ihrem Aufbau lediglich durch unterschiedliche organische Basen.
Bsp. Lecithin mit organischer Base Cholin

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Die Lecithine bestehen aus einem hydrophilen Teil (organische Base und Phosphatgruppe) und aus einem hydrophoben Teil (Fettsäuren). Aufgrund dieses amphiphilen Aufbau können die Glycerin-phosphatide als Lösungsvermittler für hydrophobe Stoffe dienen


micelle.gif (3394 Byte)Micelle

Diese Eigenschaft ist wohl die Ursache, daß die Lecithine in den Zellmembranen zu finden sind. Sie sind in den Zellen der Gehirn- und Nervensubstanz vorhanden. Außerdem haben die Glycerinphosphatide die Fähigkeit, emulgierend zu wirken, wie der nächste Versuch beweisen soll. [siehe Exkurs: Zur Wirkung von Emulgatoren]
 


Versuch 6: Lecithin als Emulgator

Chemikalien:

Speiseöl; Wasser; Lecithin-Lösung

Durchführung:

Ein mit gleichen Teilen an Speiseöl und Wasser gefülltes Reagenzglas wird gut mit einem Glasstab umgerührt. Nach kurzer Zeit kann man erkennen, daß sich wieder zwei Phasen trennen. Gibt man jedoch etwa einige ml einer Lecithinlösung hinzu, rührt mit dem Glasstab, so bleibt die entstandene Emulsion für einige Zeit stabil. Es bilden sich keine Phasen mehr.

Der Mensch nimmt Lecithin aber auch mit der täglichen Nahrung auf, z.B. mit dem Frühstücksei am Morgen (10% des Fettgehaltes des Eigelbs besteht aus Lecithin). Das im Eigelb enthaltene Lecithin soll im nächsten Versuch chromatographisch nachgewiesen werden. (Eigelb dient in Versuch 8 als Emulgator bei der Margarineherstellung.)


Versuch 7: DC-Chromatographie zum Nachweis des Lecithins aus Eigelb

Chemikalien:

Aceton, Chloroform, Methanol, Ammoniummolybdat-Sprühreagenz (0,7g Ammoniummolybdat und 0,05g Hydrazinsulfat in 90ml Wasser und 10ml konzentrierter Schwefelsäure lösen)

Durchführung:


Trennung der Komponenten des Eigelbs
Man gibt zwei Eigelb in ein Becherglas, läßt rühren, fügt 100ml kaltes Aceton hinzu und homegenisiert. Dann nutscht man ab und behandelt den Rückstand nochmals mit 100ml Aceton.
Nachdem das Aceton wiederum abgenutscht ist, kann man erkennen, daß die gelbe Farbe aus dem Rückstand fast vollständig verschwunden ist. Es enthält vor allem die denaturierten Eiweiße und das Lecithin, das in Aceton unlöslich ist. Im gelben Filtrat sind dagegen, wie die Farbe schon zeigt, die Carotinoide enthalten, außerdem der größte Teil der Fette und Fettsäuren sowie die Steroide (u.a. Cholesterin).
Chromatographie
Ein kleiner Teil des Rückstandes wird in Chloroform gelöst und auf DC-Karten aufgetragen. Zum Vergleich wird noch reines Lecithin aufgetragen.
Zur Trennung wird mit zwei Laufmitteln gearbeitet. Bis zur Hälfte arbeitet man mit einem Gemisch aus Chloroform/Methanol/Wasser (60/35/8). Nachdem das Chromatogramm wieder vollständig trocken ist, wird als zweites Laufmittel Chloroform benutzt.
Entwickelt wird das Chromatogramm mit Ammoniummolybdat-Sprühreagenz. Beim anschließenden Erwärmen im Trockenschrank bei ca. 40°C kann man feststellen, daß das Lecithin im Eigelb vorhanden ist. Die Rf-Werte stimmen überein.
 

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