In der Petrischale kommt es in der Regel nach einigen Sekunden zur Ausbildung blauer Ringe in der roten Lösung, dies sind die chemischen Wellen. Die Ringe breiten sich in der Lösung aus, so daß nach kurzer Zeit die ganze Lösæng von einem Wellenmuster durchzogen ist.
Nach einiger Zeit bilden sich am Boden der Petrischale Gasbläschen.
Abbildung 8: 1.10-Phenanthrolin=phen
In der Lösung liegt folgendes Gleichgewicht vor:
| Ferroin: Tris(1.10-phenanthrolin)Eisen(II) |
![]() |
(rot) |
|
|
||
![]() |
(hellblau) |
,,Die wesentlichen Eigenschaften dieses furchteinflößend komplizierten Mechanismus [18 Elementarschritte mit 21 Spezies] werden durch den Oregonator (der seinen nicht weniger furchteinflößenden Namen der Tatsache verdankt, daß Noyes und seine Gruppe in Oregon arbeiteten) wiedergegeben.``
| (1) |
|
|
| (2) |
|
schnell |
| (3) |
|
|
| (4) |
|
schnell |
| (5) |
|
langsam |
| Dabei sind | A,B | Edukte |
| P,Q | Produkte | |
| X,Y,Z | Intermediäre Produkte | |
| 0,5<f<1,4 | Stöchiometrischer Faktor |
Für die Betrachtung des Oregonators steigt man z.B. an einer Stelle des Reaktionszyklus ein, an der [Y] groß ist. Es laufen dann die Prozesse (1) und (2) des Oregonators ab, da A immer vorhanden ist und X in (1) gebildet wird.
Da gleichzeitig auch (4) abläuft, bleibt [X] recht klein. Die Erzeugung von Z in (3) macht sich hier kaum bemerkbar. Nach einiger Zeit ist Y praktisch vollständig verbraucht, so daß (1) und (2) zum Erliegen kommen.
Jetzt wird (3) bedeutsam. In einem autokatalytischen Schritt wird aus B Z erzeugt. Da für (2) kein Y zur Verfügung steht, wird X jetzt etwas langsamer abgebaut, so daß ein größeres Reservoir von Z entstehen kann.
Aus Z wird durch (5) wieder Y gebildet, so daß (1) und (2) wieder anlaufen können, gleichzeitig wird (3) gestoppt, da [X] wieder sinkt.
Die im Verlauf der Reaktion zu beobachtende Gasbildung ist auf die Schritte 13, 16 und 17 zurückzuführen, in denen Kohlenstoffdioxid gebildet wird.
Die in den Schritten 4 und 5 formulierte Substitution eines Wasserstoffatoms der
Malonsäure erscheint auf den ersten Blick reichlich gewagt. Warum sollte an der Enol-Form
eine Substitution stattfinden, wenn die formal vorhandene Doppelbindung doch geradezu zu
einer Addition ermuntern zu scheint? Es handelt sich in Wirklichkeit wohl um eine
protonenkatalysierte Substitution, während der es zur Bildung der Enolform kommt. Ein
-Ion greift elektrophil an der Doppelbindung an, unter Protonenabgabe
(Rückbildung des Katalysators) wird Brommalonsäure gebildet.
Das Wiedererkennen des Orgonators in diesen Gleichungen ist zugegebenermaßen nicht einfach. Angaben hierzu finden sich in [17].